Unter diesem Syndrom versteht man das Erkranken und Absterben von Nadelbäumen bedingt durch die Luftverschmutzung.
Die Schädigungen entstehen in folgender Art.
Durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen entsteht u.a. Schwefeloxid(SO2). Dieses Gas verbindet sich mit Wasserteilchen(H2O), die sich in der Luft befinden. Schwefelsäure (H2SO3) entsteht und fällt in Form von Regen, Schnee, Graupel oder Nebel vom Himmel.
Die Folgen für die Bäume sind teils katastrophal. Der Niederschlag dringt in die Blätter ein und schädigt deren Zellen.
Hauptsächlich große und alte Bäume sind betroffen, was besonders schwer wiegt. Denn diese binden die Schadstoffe und die stetig steigende Menge an Kohlendioxid.
Als ob dies nicht schon genug wäre leiden die Bäume zusätzlich an der Vermischung von Stickstoff (N) und Sauerstoff (O). Denn bei der Verbindung werden diese zu Stickstoffdioxid (NO2 ).
Ozon(O3) ist also eine Verbindung zwischen zwei Sauerstoffatomen(O2) + einem halben Sauerstoffatom.
Soweit die kleine Exkursion in die Chemie und das Zusammenspiel der verschiedenen schädigenden Elemente.
Was dagegen tun - werden Sie jetzt vielleicht fragen. Die Antwort ist zwar einfach, aber die Lösung doch schwer zu realisieren.
Eine weitere Möglichkeit ist auch das Ausbringen von entsäuernden Materialien. Kalk ist dazu u.a. geeignet. So können die Auswirkungen etwas eingedämmt werden, eine Schadstoffreduktion ersetzen diese Maßnahmen jedoch nicht!
Ein weiterer Faktor, der unseren heimischen Bäumen schadet, ist die ungewöhnliche Trockenheit. Nadelbäume z.B. sind Flachwurzler und leiden daher besonders unter längeren Trockenperioden.
"Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch!"
Ich weiß, der Spruch ist alt und abgedroschen. Aber letztlich sollten wir ihn uns zu Herzen nehmen, damit der Wald - eine wichtige Lebensgrundlage - auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt.
Lamettasyndrom - hört sich irgendwie nach Weihnachten an, nach Besinnlichkeit und Freude, dem Fest der Liebe.
Doch was so weihnachtlich klingt, hat nur bedingt etwas mit dem Fest zu tun und ist alles andere als ein freudiges Ereignis.
Der Name stammt übrigens daher, da die Zweige bei erkrankten Bäumen herunter hängen wie Lametta am Weihnachtsbaum.
Zusätzlich versauert der Boden. Die Säure löst Schwermetalle und Gifte, die sich im Boden angereichert haben.
Dadurch werden die Wurzeln geschädigt und der Baum wird krank. Die feinen Wurzeln, mit denen er einen Großteil der benötigten Nährstoffe aufnimmt, sterben ab.
Das Stamminnere wird daraufhin feucht und faulig.
Zudem sorgt der saure Regen auch dafür, dass Mineralstoffe aus dem Boden ausgeschwemmt werden. Magnesium ist z.B. enorm wichtig für die Bildung von Chlorophyll, das zur Photosynthese benötigt wird. Auch dieser Stoff wird ausgewaschen und fehlt dem Baum. Dieser Nährstoffmangel sorgt dafür, dass sich die Nadeln bzw. Blätter braun färben. Sie fallen schließlich ab und der Baum wird schwächer und schwächer.
Stickstoff hat 5 Außenelektronen. Um den Edelgaszustand von 8 Elektronen zu erreichen, ist N bestrebt, drei Elektronen aufzunehmen. Der Sauerstoff, der in dieser Verbindung zweimal vorkommt (O2) hat insgesamt 4 Elektronen.
Nimmt nun die drei benötigten Elektronen von den Sauerstoffatomen auf, so bleibt ein Elektron übrig. Hier kommen nun zwei weitere Sauerstoffatome ins Spiel und verbinden sich mit jenem Dritten. Das Ergebnis ist das hochgiftige Gas Ozon (O3).
Das Waldsterben nimmt enorme Ausmaße an.
Der Anteil der deutlich geschädigten Waldfläche liegt bundesweit bei über 30%. 41% weisen leichte Schäden auf.
Und auch vor Ihrer Haustür - da bin ich mir relativ sicher - werden Sie zumindest Anzeichen einer beginnenden Baumschädigung finden.
Schon im Spätsommer abgeworfenes, grünes Laub, verdorrte Nadeln und kahle Äste, lichte Baumkronen.
Die Luftverschmutzung muss unbedingt deutlich reduziert werden. Die Schadstoffbelastung allein durch den täglichen Straßenverkehr ist derart hoch, dass die Waldfläche in Deutschland bei Weitem nicht ausreicht, um die Belastung durch Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und anderer Schadstoffe abzufangen. Bäume fungieren als natürlicher Luftfilter und CO2-Umwandler.
Aber diese Aufgaben können sie nur erfüllen, wenn sie gesund sind und vor allem, wenn genügend von ihnen vorhanden sind. Abgase vermeiden ist daher angesagt. Und nicht zuletzt auch das Neuanpflanzen von heimischen Bäumen - auch im eigenen Garten.
Daher ist es wichtig, die Gewächse regelmäßig zu wässern, wenn Trockenheit herrscht.