Eiszeiten während einer Klimaerwärmung? Das hört sich ziemlich seltsam an und viele glauben deshalb auch, dass das mit der Klimaerwärmung einfach nicht stimmt. Wie kann es schließlich sein, dass es Kälterekorde gibt, die es vor der Erwärmung nie gegeben hat?
Nun, so einfach funktioniert das Klima nicht. Und wer behauptet, es gebe keine Klimaerwärmung, der soll z.B. einmal die zurückgehenden Gletscher in den Alpen betrachten oder die schmelzenden Eisberge der Arktis - wodurch übrigens die Bezeichnung Arktis (Arctos) bald vielleicht nur noch an das "Bärenland" erinnert. Denn den Eisbären schmilzt tatsächlich allmählich der Boden unter den Füßen weg.
Oder er schaut sich einmal die Mittelgebirge in Deutschland an. In vielen Wintern liegt dort nur wenig Schnee.
Heute schaue ich aus dem Fenster und sehe viel Nebel. In diesem Winter (2004/2005) lagen die Temperaturen an genau 6 Tagen im Dauerfrostbereich. Der tiefste Höchstwert lag bei - 1,7°C! An den anderen 5 Tagen stiegen die Werte bis knapp unter 0 °C.
Gleichzeitig wurde Griechenland einmal mehr von starken Kaltlufteinbrüchen heimgesucht - selbst Nordafrika wurde von einer Schneedecke bedeckt. Dort herrscht gewöhnlich Mittelmeerklima (subropisch), was bedeutet: Im Sommer trockene Hitze, im Winter feuchte Milde. Doch trotzdem schneit es nun schon das zweite Jahr in Folge heftigst in Regionen rund ums Mittelmeer, die eigentlich feuchtmildes Klima gewohnt sind. Und es herrschen für diese Regionen extreme Tiefstwerte.
Nun bin ich kein Meteorologe und auch kein Physiker. Aber man stelle sich folgendes Szenario vor.
Und auch direkt vor der eigenen Haustüre - nehmen wir einmal als Beispiel das Rhein-Main-Gebiet - ist der Winter meist feucht und nicht mehr so, wie er beispielsweise in den 1950 ern einmal war.
Mein Großvater hat auf dem Rhein damals ein Holzfass bearbeitet (er war Wein- und Holzküfer). Ja, Sie lesen richtig: AUF dem Rhein. Der war nämlich zum Teil so dick zugefroren, dass man auf der Eisdecke sogar ein kleines Volksfest veranstaltete.
In den 60er und 70er Jahren waren Tiefstwerte von - 20°C keine Seltenheit und fast Gang und Gäbe.
In den 80 ern - daran kann ich mich noch erinnern - lag jeden Winter Schnee. Und dies meist einige Wochen lang. An Fastnacht baute ich Schneemänner und selbst an Ostern fiel manchmal noch Neuschnee.
Der absolute Tiefstwert lag nachts bei -9,2°C!
Und nachts herrschte maximal drei mal in Folge Frost, während die Werte dann wieder einige Tage in den Plusbereich stiegen.
Die höchste Schneedecke wurde 1,5 cm dick.
Das Wetter wird bekanntlich nicht nur gesteuert von Hochs und Tiefs. Alles spielt zusammen - die Temperaturen in unteren Luftschichten, die Verdunstung von Wasser wie auch die Wärme des Meeres und der Flüsse. Wenn sich die unteren Luftschichten erwärmt haben - wie dies z.B. im Jahrtausendsommer 2003 mit Werten bis zu 40°C erkennbar war - verdunstet mehr Wasser und die Luft kann auch mehr Dunst aufnehmen. Es bilden sich schneller Wolken und bedecken Gebiete, die sonst von der Sonne erwärmt worden wären. Also wird es dort kühler. Das entstandene Tief verdrängt ein Hoch in Gebiete, die eigentlich mehr Regen gewohnt sind. Dort wird es wärmer als zuvor. Und schon hat die Klimaerwärmung etwas geändert - sie hat den einen große Hitze, den anderen ungewohnte Kühle gebracht. Setzt man dieses Spiel nun auch im Winter fort, so stößt man direkt auf jenes Phänomen, das man z.B. in Nordafrika entdecken konnte.