Die Walarten

Es gibt sehr viele verschiedene Walunterarten - insgesamt sind über 70 bekannt. Nachfolgend sehen Sie eine Auflistung der Hauptarten, die sich wiederum in Unterarten aufspalten.
Allgemein kann man sagen, dass die Weibchen (Kühe) der Bartenwale meist größer als die Männchen (Bullen) sind. Bei den Zahnwalen kehrt sich dieses Verhältnis um.
Alle Jungtiere werden lebend geboren nach einer langen Schwangerschaft von über einem Jahr .Es wird auch nur ein Jungtier geboren, das ein Jahr lang von der Mutter gesäugt werden muss.
Die Tiere werden im Übrigen erst im 9. Lebensjahr geschlechtsreif.
Wale werden im Schnitt je nach Art bis zu 80 Jahre alt - vorausgesetzt eine Harpune durchbohrt nicht zuvor ihren Leib. Denn noch eines haben die Tiere gemeinsam. Sie werden gejagt, vertrieben, vergiftet. Zwar gibt es Fangquoten, die jedoch beim Walfang oftmals nicht beachtet werden.

Wale haben außerdem ein ausgeprägtes Sozialverhalten und bewegen sich meist im Familienverband. (je nach Art unterschiedlich)
Die Verständigung erfolgt mit Hilfe von Schallsignalen, Ultraschall. Diese Meeressäuger sind sehr kommunikativ.
Zur Orientierung verfügen Wale auch über ein so genanntes Biosonar - ja, sie können damit, ähnlich wie die Fledermaus Falter, Fischschwärme aufspüren.

Man unterscheidet zwischen den so genannten Bartenwalen (die Tiere saugen das Wasser durch lamellenartig angeordnete Barten aus Horn und filtern damit ihre Nahrung aus dem Meer.) und den Zahnwalen. (diese haben tatsächlich Zähne und jagen damit ihre Beute.) Das Interessante daran ist, dass die größten Wale eigentlich die kleinsten Beutetiere fangen. Denn sie gehören zur Gattung der Bartenwale. Kleinere Wale hingegen (Schwertwal oder auch Orca genannt) fangen schon mal Robben oder größere Fische ohne Skrupel.

Sie sehen, die Welt der Wale ist eine Welt des Unbekannten.
Klicken Sie auf einen Begriff und Sie folgen Sie mir ins Reich der Tiefe.

Blauwal

Finnwal

Nordkaper

Grauwal

Buckelwal

Pottwal

Schwertwal

Beluga

Narwal

Tümmler

Der Blauwal

Der Blauwal ist ein Furchenwal (erkennbar an den Hautfurchen).
Lebensraum: Alle Ozeane, jedoch drei unterschiedliche Populationen. (südpazifische, nordatlantische, und die der Südlichen Meere. Letztere sind im Übrigen jene, die im Sommer in nahrungsreichen Gewässern der Antarktis anzutreffen sind)
Schwimmgeschwindigkeit: 3-4 Knoten / 5-7 km/h
Größe: Bis zu 30 m
Gewicht: Bis zu 160 t
Größe der Jungtiere: 7 m
Ernährung: Krill, der maximal 7 cm groß werden und kleine Fische, die mit Hilfe von Barten (lamellenartig angeordnet) aus dem Wasser gefiltert werden.
Aufgenommenes Futter/Tag: Bis zu 8t

Der Finnwal

Finnwale gehören ebenso zur Gattung der Furchenwale.
Schwimmgeschwindigkeit: 3 Knoten / 5 km/h
Größe: Mit 28-30 m etwas kleiner als der Blauwal bleibend.
Gewicht: Bis zu 140 t
Ernährung: Da er ebenso ein Bartenwal ist, filtert er auch Krill und Fische aus dem Wasser, indem er das kühle Nass mit einem gewaltigen Sog durch die lamellenartig angeordneten knorpelartigen Streifen zieht.
Aufgenommenes Futter: Mit bis zu 7 t etwas weniger als der Blauwal.

Der Nordkaper

Er gehört, wie sein Verwandter - der Südkaper - zur Familie der Glattwale. Die Haut ist eigentlich glatt, nur an seinem Kopf befinden sich Schwielen, die von einem Hautparasiten verursacht werden.
Wie die Namen schon sagen, kommen die Tiere auf der nördlichen bzw. südlichen Erdhalbkugel vor. In tropischen Gewässern findet man sie nicht.
Schwimmgeschwindigkeit: Relativ langsam. Nur kurz können sie auf ein Tempo von über 5 Knoten / etwa 10 km/h beschleunigen.
Größe: Bullen 17 m, Kühe 18 m
Gewicht: 40 - 80 t
Neugeborene sind 5 - 6 m groß.
Ernährung: Auch diese Walart gehört zu den so genannten "Bartenwalen" und filtert ihre Nahrung aus dem Wasser mit langen, knorpelartigen Lamellen.

Der Grauwal

Er ist weder ein Furchenwal, noch ein Glattwal.
Man hat ihn als eigene Ordnung eingestuft - Eschrichtiidae. Vielleicht könnte man ihn als Faltenwal bezeichnen, da er drei bis vier tiefe Falten am Hals hat.
Im Sommer lebt er in den nährstoffreichen arktischen Gewässern, wandert im Winter in wärmere Gefilde rund um den Äquator - speziell in die Gewässer Mittel- und Südamerikas.
Schwimmgeschwindigkeit: Er bewegt sich relativ schnell und wandert innerhalb eines Jahres 20.000 km.
Größe: Bullen 12 m, Kühe bis zu 15 m
Gewicht: Je nach Größe von 15 - 30 t
Neugeborene sind etwa 5 m groß
Ernährung: Wie die anderen Bartenwale ernährt er sich von Krill und Seekrebschen, aber auch von Krustentieren am Meeresboden, indem er das Wasser durch die lamellenartig angeordneten "Barten" saugt und damit seine Mahlhzeit herausfiltert.

Der Buckelwal

Er zählt zur Gruppe der Furchenwale.
Sein Lebensraum erstreckt sich eigentlich um den ganzen Globus. Er bevölkert sowohl die Meere in den Tropen, als auch jene an den Polen. Jedoch wurde seine Art durch die jahrhundertelange Jagd deutlich dezimiert, von der sich der Wal - trotz Fangverbots - noch nicht wirklich erholen konnte.
Die auf unter 30.000 dezimierte Art kann realtiv schnell schwimmen und vor allem auch springen. So macht ein Buckelwal ohne Probleme innerhalb einer Stunde auf über 100 Sprünge.
Größe: Kühe 15 m, Bullen 14 m Neugeborene sind etwa 5 m groß
Ernährung: Auch dieser Wal besitzt Barten, mit denen er das Wasser filtriert. Dann verspeist er die herausgefilterte Nahrung.
Eine Besonderheit wurde hie jedoch beobachtet. Der Wal baut scheinbar tatsächlich Netze, um seine Beutetiere in die Enge zu treiben und dann besser fangen zu können. Diese "Netze" bestehen aus Luftblasen, die der gewaltige Riese aus seinem Atemloch bis zu 35 m aufsteigen lässt. Für die Beutetiere sind diese Luftvorhänge quasi Barrieren, die sie nicht zu durchdringen vermögen. Der Wal stößt nun blitzartig in das "Gefängnis" vor und saugt die Beute in sein weit geöffnetes Maul. Eine Technik, die durchaus dem Verwenden von Werkzeugen zugeschrieben werden kann.
Das Futter besteht im Übrigen ebenso aus Krill und Fischen.

Der Pottwal

Dieser Wal gehört zur Gruppe der Zahnwale.
Pottwale leben in der Regel in wärmeren Gewässern - das heißt die Kühe und Kälber (Jungtiere). Die Bullen hingegen wandern oft in kühlere Regionen.
Größe: Kühe 10 - 15 m, Bullen 15 - 20 m.
Gewicht: Je nach Geschlecht und Lebensraum wiegen die Pottwale bis zu 40 t.
Ernährung: Da es sich hierbei um einen Zahnwal handelt, fängt diese Art auch im Kampf Kalmare (Kopffüßler, ähnlich wie Oktopusse, s. Bild rechts), die bis zu 18 m lang werden und andere
Eine Besonderheit dieser Tiere ist es, dass sie über Stunden die Luft anhalten können. Dabei besitzen sie nicht unbedingt riesige Lungen - diese sind etwa in gleichem Verhältnis zur Größe, wie beim Menschen.
Vielmehr besitzen sie einen bestimmten Stoff im Blut (ähnlich dem menschlichen Hämoglobin), der es möglich macht, Sauerstoff über eine ganze Stunde zu speichern. Dabei tauchen diese Wale bis zu 3.000 m in die Tiefe.

Der Schwertwal

Und wieder ein Zahnwal - auch als Orca bekannt.
Sie leben vornehmlich in den käteren Gewässern anzutreffen, selten in den Tropen.
Die Tiere sind zwar noch relativ Häufig, aber auch ihr Bestand ist unter der Jagd - speziell in Island und Norwegen - und durch das Einfangen für diverse Delfinarien, deutlich geschrumpft.
Größe: Kühe 9 m, Bullen 10 m. Bei den Männchen kan die Schwanzflosse annähernd 2 m lang sein.
Gewicht: Bis zu 4,5 t
Die Neugeborenen ins in der Regel 2 m groß, wenn es nach 17 Monaten zur Welt kommt.
Belugas können bis zu 30 Jahre alt werden.
Ernährung: Sie fangen sowohl Kalmare (s. Pottwal), Fisch, als auch Pinguine, Robben und andere Wale. Es ist sogar bekannt geworden, dass ein Blauwal durch die Zähne eines Orcas getötet wurde - immerhin das größte auf der Erde lebende Säugetier.
Daher haben die Tiere auch den Begriff "Killerwal" erhalten.
Da sie Robbenbestände dezimieren, wird teils sogar schon davon gesprochen, dass sie eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht sind.
Nach meiner Ansicht ist das ein geschicktes Ablenkungsmanöver von eigenen Ausrottungszügen den Menschen.

Und vor allem eine Dummheit und Unwissenheit.
Als man zum Anfang solche Wale einfing, um sie in Becken dem Menschen zur Schau zu stellen und sie zu dressieren, glaubte man, man könne sie mit Fisch füttern.
So warf man in etliche Walbecken Fische, doch die Wale wollten den Fisch absolut nicht fressen. Zumindest einzelne nicht.
Sie starben den Hungertod. - Viele, dutzende Wale.
Bis man eines Tages herausfand, dass ein und die selbe Walart, die gegenseitig ihren Lebensraum kreuzen, sich das Futter offenbar aufgeteilt hatten.
Es gibt ansässige und nicht ansässige Orcas.
Ansässige fressen Fisch, nicht ansässige fressen Sägetiere und Seevögel. Ausschließlich! Es herrscht hier eine klare Trennung!

In der Regel treten Orcas sowohl alleine, aber auch in Gruppen von bis zu 40 Tieren auf.
Dabei sind auch wieder die Ansässigen (große Familien) und die Nichtansässigen (kleine Verbände) zu unterscheiden.

Beiden ist jedoch eines gemein: die Gruppe führt die älteste Walkuh - die Matriarchin.

Der Beluga

Er gehört zu den Zahnwalen. Auch gehört der den Gründelwalen an.
Belugas, auch Weisswale genannt, leben vornehmlich im nordpolaren Gebiet. Manches mal verirrt sich auch einmal einer in südlichere Gefilde. So wurde auch schon einmal ein solcher Meeressäuger im Rhein gesehen.
Größe: Bullen bis 5 m, Kühe bis zu 3,50 m
Neugeborene sind 1,50 m groß
Gewicht: meist über 1000 kg, bis zu 1500 kg.
Ernährung: Sie jagen mit ihrem mit Zähnen besetzten Kiefer vornehmlich Mollusken (Schneckenartige) und kleine Krebse.
Fortpflanzung: Nach einem Jahr Tragzeit bringt das Weibchen ein Junges zur Welt, das oft erst nach 20 Monaten entwöhnt ist.
Alter: Über 25 Jahre
Sie sind sehr kommunikativ und können verschiedenartige Laute von sich geben, die auch außerhalb des Wassers zu hören sind. Außerdem sind sie in der Lage, ihren Kopf zu drehen, was anderen Walarten verwährt bleibt. Mit ihrer Mimik (diese Fähigkeit des Gesichtsausdruckes ist ebenso bei Walen selten) ergänzen sie noch ihren umfangreichen "Wortschatz".

Der Narwal

Das Einhorn unter den Walen gehört zur Familie der Zahnwalen.
Narwale kommen ausschließlich in den arktischen Gewässern vor, also in den Nordmeeren.
Nur Männchen besitzen einen langen Stoßzahn. Je länger dieser ist, desto höher ist der soziale Rang der Tiere. Je älter die Tiere, desto länger der Zahn.
Bei der Jagd nach kleinen Fischen, Garnelen und Kalmaren teilen sich die Tiere scheinbar nach Alter und Geschlecht auf.
Größe: Kühe bis zu 4,20 m, die Männchen (ohne Stoßzahn) bis annähernd 5 m. Rechnet man bei einem ausgewachsenen Bullen nun auch noch den oft 3 m langen Stoßzahn hinzu, so gelangt man zu einer beachtlichen Größe von 8 m.
Gewicht: Je nach Geschlecht und Lebensraum 1000 kg bis 1500 kg.
Jungtiere sind mit 1,60 m relativ groß. Allerdings wurde bis heute weder die Paarung der Tiere, noch die Geburt eines Narwales beobachtet, da die Tiere sehr scheu sind.
Ernährung: Sie jagen nach Fischen, Garnelen und Mollusken. (Weichtiere, ähnlich dem Kalamaren)
Narwale sind wohl sehr sozial und leben in größeren Verbänden.
Die Stoßzähne haben wohl nicht nur eine hierarchische Funktion, sondern dienen auch dem Kampf - mit der Lanze quasi.
Ihr Zahn hat vielen Narwalen auch schon das Leben gekostet. Denn neben den Schwertwalen, Eisbären und Haien, ist es vor allem der Mensch, der die Bestände dieser Walart dezimiert. Alleine die Eskimos töten die Wale schon seit jeher, um neben dem Fleisch vor allem an den wertvollen Stoßzahn zu gelangen. Daher ist eine Walart schon bedroht, ehe wir überhaupt von ihr wissen, wie sie sich fortpflanzt und wie man sie vorm Aussterben retten kann.

Der Tümmler

Dieser Wal gehört auch zur Familie der Zahnwale.
Tümmler - im Volksmund auch als Delfin bezeichnet - haben wohl den höchsten Bekanntheitsgrad. Aber wussten Sie schon Folgendes?
Außer in Delfinarien und anderen Gefängnissen kommen die Tiere vor allem in den wärmeren Meeren anzutreffen. In arktischen oder antarktischen Gewässern wird man keinen Delfin finden.
Größe: 3-4 m, die Bullen sind etwas größer, als die Kühe.
Gewicht: 200 kg - 400 kg.
Ernährung: Fische, Mollusken, Wirbellose. Die Tiere zeigen hier einmal mehr, wie viel soziale Kompetenz in jedem von ihnen steckt.
Da sie quasi im "Rudel" auftreten, haben alle ihre bestimmten Aufgaben, wenn es ums Jagen geht. Bei einer Gruppe von 20 Tieren wird zuerst der Fischschwarm eingekreist, dann gebeben sich vier der Tiere zum Fressen, weitere vier schwimmen weiter draußen, um Wache zu halten (auch Delfine haben Feinde, wie den Hai oder größere Wale). Die restliche Gruppe wartet, bis ihre vier Artgenossen sich satt gefressen haben, um dann selbst zu fressen. Die Wachen werden dann von den Gesättigten abgelöst.
Die Kühe tragen bis zu 14 Monate, bis ihr "Kleines" mit bis zu 1,30 m Größe zur Welt kommt. Sobald das Tier den mütterlichen Bauch verlassen hat, "packen" es zwei der Gruppe und drücken es mit aller Kraft hinauf zur Wasseroberfläche, damit es seinen ersten Atemzug nehmen kann.
Wenn ein Junges getötet wurde, drückt es der Familienverband übrigens auch immer wieder nach oben. Was der Grund hierfür ist, lässt sich nur erahnen.
Delfine werden in der Regel bis zu 35 Jahre alt. Wie alle anderen Walarten verfügt der Tümmler über sehr gute Orientierungsorgane und arbeitet mit Hilfe eines Biosonars, um Fischschwärme zu finden.
Auch der "Wortschatz" der Delfine ist sehr umfangreich.