Man stelle sich vor, dass Schweine - und nicht nur diese - in der Massentierhaltung auf sehr engem Raum leben müssen, ihr ganzes Leben lang auf Metallgittern stehen, um dann, wenn sie fett genug gefüttert wurden, in ein enges Transportbehältnis gestopft zu werden. Auf dem Weg zum Schlachthaus erleiden die Tiere oftmals Knochenbrüche oder sonstige schwere Verletzungen. Das Leid, das die Tiere in ihrem kurzen Leben ertragen müssen ist groß.
Die Hühner in der Massentierhaltung leben auf einer Fläche in der Größe eines DIN-A4-Blattes ohne eine Minute Tageslicht. Diese Art der Tierhaltung gleicht Verliesen, die man heute allzu gerne in die mittelalterliche Vergangenheit der Menschen schiebt.
Doch auch im 21.Jahrhundert existieren noch solche Arten von Gefängnissen - allerdings jetzt nicht mehr für Artgenossen, sondern für so genanntes Nutzvieh.
Die Haltung von Puten verläuft ebenso grausam und nicht artgerecht. Man stopft die Tiere in enge Hallen, wo sie dicht aneinander gedrängt stehen. Damit sie sich nicht die Augen auspicken - wegen der dauernden Enge - hat man ihnen die Schnäbel entfernt. Wie gütig!
Mastgänse werden im Übrigen in der Art gemästet, dass man ihnen regelmäßig hochfettigen Nahrungsbrei durch ein Rohr in den Magen einflößt. Dass das nicht besonders angenehm ist, kann man sich wohl vorstellen.
Hasen, um beim Thema Massentierhaltung zu bleiben, erleben auch tagtäglich großes Leid. Sie werden in engen Käfigen gehalten und bekommen oft Verhaltensstörungen, da sie absolut gegensätzlich ihrer Gewohnheiten leben müssen.
Wie es beispielsweise Hummern, Schnecken, Schrimps oder Muscheln ergeht, brauche ich vor dem Hintergrund, dass man sie bei lebendigem Leibe in kochendes Wasser wirft, wohl kaum zu erwähnen. Bei Schnecken hat man sich übrigens noch eine schöne Raffinesse ausgedacht. Damit sie dem menschlichen Gaumen auch schmecken und weniger Bitterstoffe enthalten, legt man sie vor dem Kochen noch in eine Salzlake, damit sie ihre Schleimstoffe ausscheiden. Kein schönes Schneckenleben!
Wer nun glaubt, einfach auf den guten alten Fisch ausweichen zu können, um die Massentierhaltung zu boykottieren, der irrt. Denn auch hier hält man die Tiere oft unter nicht artgerechten Bedingungen.
Hummer und ähnliche Feinkost-Spezialitäten durchleben noch schlimmere Zeiten, als die meisten Tiere in Massentierhaltung.
Das Leben solcher Tiere der Massentierhaltung - ob zu Land oder zu Wasser - ist also alles andere als rosig, auch wenn die fleischerzeugende Industrie gerne von anderen Tatsachen spricht und den Tierschützern Stimmungsmache vorwirft.
Man wirbt sogar mit Tieren - in diesem Fall mit Kühen - die zufrieden auf der Wiese stehen und freudig Gras kauen. Ein schönes Bild, das da dem Verbraucher suggeriert wird. Kaufe unsere Produkte, da deren Rohstoffe von Tieren kommen, die zufrieden auf der Wiese grasen und denen enge Ställe, Mastfutter und vergitterte Käfigböden unbekannt sind.
Die Firma Ehrmann schrieb mir z.B. auf Anfrage, ein Besuch eines ihrer Milchbauern sei nicht möglich, da sonst der "kleinbäuerliche Betriebsablauf" gestört würde. Man empfahl mir, doch einfach das Programm "Ferien auf dem Bauernhof" zu nutzen.
Das Unternehmen Unilever (Hersteller von Brunch Frischkäse) schrieb mir gar, ein Besuch des gezeigten Hofes sei nicht möglich, da der Werbespot am Computer erstellt worden sei und die Kulisse in Wirklichkeit gar nicht existiere.
Und bei der Firma Campina (Landliebe) schlich man wie die Katze um den heißen Brei, ging nicht wirklich auf meine Anfragen ein und antwortete schließlich gar nicht mehr.
Denn es ist schon bezeichnend, dass ein Tier auch in Deutschland noch immer vor dem Gesetz als "Sache" betrachtet wird. Wie wären auch sonst solche Tierquälereien täglich möglich?
Schwein gehabt - ein Ausspruch, der signalisieren soll, man habe Glück gehabt.
Von diesem Glück träumen viele der tierischen Namensgeber dieser Redewendung jedoch nur. Denn von einen glücklichen Leben kann bei ihnen keine Rede sein.
Der Lebensraum eines solchen Huhnes ist übrigens in etwa vergleichbar, als würde man einen Menschen in eine Telefonzelle sperren und die Fenster mit undurchsichtiger Folie bekleben. Nur die Neonröhre an der Decke sorgt für Licht.
Dicht an dicht schwimmen beispielsweise Lachse aus Zuchtfarmen in engen "Käfigen" aus Nylonnetzen, die sich zwar im Meer befinden, jedoch den Fischen nur sehr wenig Platz zum Schwimmen bieten.
Die Folge ist übrigens - wie bei allen anderen Tieren, die in der Massentierhaltung leben müssen - dass man sie mit Antibiotika und anderen Medikamenten vollstopft. Ohne diese chemischen Keulen könnten die Tiere nämlich wegen der Enge nicht so lange überleben, bis sie fett genug gefüttert wurden und kräftig genug sind, um beim Schlachter zu landen oder eben die Produktion an Eiern oder Milch aufgrund des Alters der Tiere zurückgegangen ist.
Man sperrt sie in enge Transportboxen, in die sie gerade hinein passen.
Diese Boxen dicht nebeneinander angeordnet, was heißt, dass sich die Hummer gegenseitig sehr gut "riechen" können. Und das ist auch das Problem. Schließlich sind Hummer Einzelgänger und kämpfen gegen Eindringlinge. Riechen sie nun einen Konkurrenten, so wollen sie ihr Gebiet gegen ihn verteidigen und das bedeutet Dauerstress.
Zusätzlich hat man den Tieren übrigens die Scheren zusammengebunden, damit sie sich nicht selbst verletzen können.
Wer glaubt, der endgültige "Verbrauch" dieser Nutztiere sei die Erlösung, der irrt gewaltig.
Denn wussten Sie, dass man die Tiere in kochendes Wasser wirft und sie darin einen aussichtslosen Kampf ums Überleben führen. (Das geschieht übrigens auch mit Shrimps, Garnelen, Muscheln, aber auch mit Insekten, wie z.B. Heuschrecken, die immer öfter in Feinschmeckerrestaurants angeboten werden.)
Landet der Hummer also auf dem Teller, so hat er schon eine wahre Tortur mitgemacht. Dann wünsche ich allen Freundes des "guten Geschmacks" einen gesegneten Appetit.
Den Tieren gehe es gut, sie würden auf Grundlage der deutschen Tierschutzbestimmungen artgerecht gehalten - so die einstimmigen Aussagen der Fleisch- und Milchproduzenten.
Will man jedoch einen der Höfe besuchen, mit denen im TV augenscheinlich geworben wird, so bekommt man eine Absage.
Bezeichnend - finde ich zumindest - für einen Großteil der Lebensmittelbranche.
Sicher, man befolgt die Bestimmungen des Tierschutzes - vorausgesetzt die "Produktion" der Tiere findet in Deutschland statt. Viele Betreiber von "Tier-Fabriken" gehen nämlich nach der leichten Verschärfung der Tierschutzgesetze ins osteuropäische Ausland und "produzieren" dort weiter, um die Produkte dann wieder in Deutschland zu verkaufen.
Aber auch in Deutschland ist noch längst nicht alles Gold was glänzt.