Stellen Sie sich vor, sie kochen mal wieder so ein richtig leckeres Gericht. Sagen wir, auch Nudeln werden dabei benötigt und sie haben das Wasser bereits auf der Herdplatte zum Kochen gebracht.
Nun nehmen Sie die Spaghetti aus der Tüte und wollen diese behutsam ins kochende Wasser legen.
Doch die Nudeln rutschen Ihnen aus der Hand und klatschen ins Wasser.
Jenes schlägt große Wellen und eine geringe Menge schwappt Ihnen über die Hand.
Ein lauter Schrei und der Gang zum kühlenden Wasserhahn schaffen Abhilfe. Bald ist - außer einer kleinen Brandblase - nichts mehr von der Verbrühung zu spüren.
Haben Sie es gut!
Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn man mit dem gesamten Körper in kochend heißes Wasser geworfen wird?
Ich nicht, aber ich kann es zumindest erahnen.
Der jenige, der es einem sagen könnte, verfügt leider nicht über die Fähigkeit, mit dem Menschen zu sprechen - und umgekehrt.
Doch alleine die Vorstellung eines Bades in 100°C heißem Wasser müsste jedem Menschen einen Schauer über den Rücken laufen lassen.
Tut es aber nicht. Vielmehr läuft allenfalls das Wasser im Munde zusammen, wenn ein roter Hummer auf dem Teller liegt und dem Verspeisen dienen soll.
Welches Leid der ertragen musste, ist vielen Verbrauchern entweder nicht klar, oder aber sie ignorieren mal wieder völlig das Empfinden der Tiere.
Ein leises "Quiek", wenn der Hummer im Wasser landet, ist angeblich nur das Geräusch, wenn sich das Fleisch des Tieres durch die Hitze zusammenzieht und die Luft zwischen Schale und Haut entweicht. Ob dies so ist, oder das Tier tatsächlich eine Art von Schmerzensschrei von sich gibt, ist wohl egal.
Hauptsache das Fleisch ist zart und saftig!
Dieses ganze Elend, das ein Hummer ertragen muss ist jedoch noch die Spitze eines gewaltigen "Eisberges" voll Schmerz, Stress und Qual.
Wussten Sie, dass Hummermännchen zum Verzehr gezüchtet werden. Und wussten Sie außerdem, dass diese Zucht in kleinsten, kerkerähnlichen "Käfigen" stattfindet. Der Hummer sitzt sein gesamtes Leben - wenn man dies überhaupt so nennen kann - in einem engen Kasten, gefüllt mit Wasser.
Neben ihm befinden sich - dicht an dicht - weitere seiner Artgenossen.
Da Hummermännchen ihre Kontrahenten "nicht riechen" können und eigentlich sehr breite Reviere besitzen, um sich nicht in die Quere zu kommen, ist es um so bestialischer, ein solches Wesen in derartigen "Massengräbern" auf ihren tatsächlichen Tod dahinvegetieren zu lassen.
Ganz davon abgesehen werden Hummer auch mit einigem Antibiotika behandelt, damit sie diese Tortur überhaupt überleben und letztlich beim Konsumenten auf dem Teller liegen können.
Und damit diesem das Wasser im Munde zusammenlaufen kann.
Ist nur zu hoffen, dass der Hummer dem Konsumenten nicht irgendwann im Halse stecken bleibt - bei all dem Leid, das der Konsument dem Tier letztlich angetan hat, und auch vor der Tatsache, dass allerhand Chemikalien in dem Feinschmecker-Menü stecken.
Zurück zu Seite 1