So zumindest die einhellige Meinung von vielen Experten, die glauben, die Welt verstanden zu haben.
Doch dass Bienen eine Art Navigationssystem in sich tragen, das der Mensch nicht besitzt, das beachtet niemand. Schließlich kann eine Biene keine Formen unterscheiden - eine Voraussetzung der Intelligenz.
Dass diese Wesen jedoch recht wenig mit dem Wissen anfangen können, was ein Dreieck von einem Rechteck unterscheidet interessiert keinen der Gelehrten.
Gleiches gilt für den Delfin. Welchen Sinn hat es für diesen, ein Rechteck von einem Dreieck unterscheiden zu können? Keinen!
Was aber, wenn die Delfinwelt einmal einen Forscher hervorbringen würde? Was, wenn ein solcher Meeressäuger einmal die Fähigkeiten von einem Menschen testen wollte?
Vielleicht wäre sein Maßstab für eine existierende Intelligenz die Fähigkeit, per körpereigenem Funksystem kommunizieren zu können.
Oder wenn eine "Dr. Biene" einmal einen Menschen erforschen wollte? Was, wenn sie die Fähigkeit zum Fliegen als Zeichen von Intelligenz werten würde? Oder die Fähigkeit sich per körpereigenem Organ zu orientieren nach der Himmelsrichtung?
Wie viel Intelligenz würde dann noch übrig bleiben - von der "Krone der Schöpfung", des Menschen also? Wohl nicht sehr viel!
Wir würden alle als Primaten gelten, als minderwertige Tiere, als dumme Geschöpfe.
Es gab einmal einen Versuch eines Forschers. Er nahm einige Bienen aus einem Stock, sperrte sie ein, ruderte mit ihnen hinaus mitten auf einen See und gab ihnen dort leckeren Nektar. Dann ließ er sie fliegen und die Entführten kehrten in ihren Stock zurück.
Dort hatte der findige Forscher eine Kamera eingebaut und beobachtete nun das Verhalten der "so dummen" Insekten. Wie immer, wenn Bienen eine neue Nektarquelle finden, tanzten auch diese Rückkehrer den so genannten Schwänzeltanz. Damit zeigten sie an, wo genau sich die leckere Nektarquelle befand, von der sie genascht hatten.
Die anderen Bienen - so vermutete man - würden nun losfliegen, um sich über die Nektarquelle auf dem See herzumachen.
Doch, weit gefehlt. Die Kollegen der Bienen taten die Botschaft, die mit Hilfe des Tanzes ausgedrückt worden war, als Fehlermeldung ab. Wie war es auch möglich, dass auf dem aufgezeigten Punkt eine satte Blumenwiese wuchs? Schließlich befand sich dort der riesige See. Und den Insekten war klar, dass es dort keine Blumen gab.
Und tatsächlich finden sich weitere Beispiele im Tierreich von solch intelligentem Verhalten.
Haben Sie sich einmal einen Ameisen-Bau angesehen? Und haben Sie dann einmal mit einem Hölzchen in einen der kleinen Ameisenhaufen gestochen und dann verharrt, dem darauf folgenden Treiben zugesehen?
Chaos? - Dieses Wort kennt das Ameisenvolk nicht - auch wenn es anfangs danach aussieht. Es steht keine Ameise herum und weiß nicht, was sie tun soll. Jede Drohne hat ihre Aufgabe in dem kleinen Ameisenstaat. Man vernimmt keine Schreie nach dem Motto "Hey, Jupp, hierhier. Wir brauchen noch jemanden!". Eine Kommunikation läuft ab - das ist sicher. Anders wäre ein solch koordiniertes Vorgehen unmöglich. Wie das Ameisenvolk jedoch genau kommuniziert ist noch nicht zu 100% geklärt.
Theoretisch wäre es möglich, dass alles per Duftstoff abläuft. Praktisch kann dies jedoch ausgeschlossen werden, da die Mobilmachung binnen Sekunden stattfindet und jede Ameise genau weiß, wo ihr Platz während der Bergungs-, Rettungs- und Aufräumarbeiten ist.
Würden jene Ameisen einmal einer Menschengruppe zuschauen, die plötzlich von dem Einsturz eines Hauses konfrontiert wird und bei den Rettungsarbeiten helfen muss, würden sie uns sicher nicht als die klügste Spezies dieser Erde einschätzen. "Heilige Ameise, die sind aber auch nicht intelligent!", so könnte der Tenor der Ameisen-Forschergruppe lauten.
Und schon sind wir bei der nächsten Frage. Wir rufen sprichwörtlich alle Heiligen im Himmel an, beten zu Gott, Allah, Buddha, zu verschiedentlichen Naturgöttern und andere Gottheiten. Wir glauben an eine Macht, die unsere Welt erschaffen und die uns nach ihrem Abbild geschaffen hat.
Wir sind uns unserer Existenz bewusst glauben an ein höhergestelltes Wesen, machen uns unsere Gedanken über den Sinn des Lebens. Tiere tun dies selbstverständlich nicht. Schließlich bauen sie keine Kirchen, Moscheen oder andere Gebäude, mit der sie ihre Gottheit verehren. Sie schreiben keine Bücher, in der sie ihre Gedanken zu ihrer Herkunft festhalten.
Wieder einmal setzt der Mensch voraus, dass er anderen Wesen haushoch überlegen ist. Doch wo ist der Beweis? Woher weiß der Mensch, dass beispielsweise eine Ameise nicht an einen Gott glaubt, dass eine Katze sich nicht ihrer Existenz bewusst ist und dass beispielsweise ein Wal nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt?
Der Mensch weiß dies nicht, da er - trotz seiner Intelligenz - noch nicht in der Lage war, mit einer Ameise, einer Katze oder einem Wal zu sprechen.
Es hört sich sehr paradox an und sehr weit hergeholt. Tiere können schließlich nur in Fabeln sprechen und die wurden in der Regel von einem Menschen geschrieben. Das weiß doch jedes Kind.
Doch genau hier ist das Problem. Der Mensch ist zu sehr auf sich fixiert. Er setzt ebenso voraus, dass ein Wesen nur dann intelligent ist, wenn es einen von ihm erstellten Test besteht, wie, dass ein Tier nicht sprechen, nicht fühlen und vor allem nicht glauben kann.
Dabei hat er ausschließlich seinen Blickwinkel. Es ist ähnlich wie in frühen Zeiten, als Entdecker den Globus erforschten. Was glauben Sie, was die Entdecker um Chrisoph Kolumbus über das Empfangskomitee der Ureinwohner Amerikas dachten? Oder Fernandez de Cordoba, der die Maya entdeckte? Und was war mit Francisco Pizarro, der die Inka in Peru entdeckte?
Glauben Sie, man hätte die dort lebenden Menschen verstanden? Man hätte ihnen einen "richtigen" Glauben zuerkannt, das gleiche Recht zur Existenz zugesprochen, wie der eigenen Rasse? Es war nicht der Fall. Denn hätte man sonst die Maya, die Inka, die Sioux-Indianer und die vielen, unzähligen Urvölker verfolgt, getötet und ihre Heiligtümer entweiht?
Nein, man erkannte in ihnen keinen herkömmlichen Menschen, eher einen Untermenschen. Eine Rasse, die nicht in der Lage war, spanisch oder portugiesisch zu sprechen, konnte nicht den gleichen Stellenwert haben, wie andere Völker.
Welch ein Vergleich? Weit hergeholt? Etwas ganz anderes? - Und warum? Nur weil es sich hier um Menschen handelte, während Tiere eben Tiere sind?
Ich möchte daran erinnern, dass Menschen auch Tiere sind.
Eine Katze ist eine andere Art von Tier, mehr auch nicht!
Viele Forscher träumen davon, früher oder später einmal mit Aliens in Kontakt treten zu können, die auf fernen Welten existieren, in den Tiefen des Universums.
Dieser Begeisterung kann ich mich nur anschließen. Man stelle sich vor, ein Mensch spräche mit einem Wesen von einer ganz anderen Welt.
Wie könnte diese fremde Spezies wohl aussehen? Drei Augen? Grüne Hautfarbe? Fühler auf dem Kopf? Kleiner oder größer als ein Mensch?
Welche Sprache könnte solch ein Wesen sprechen? Welchen Glauben könnte es haben? Welche Staatsform könnte auf dem fernen Planeten oder Mond herrschen?
Könnte sich dieses fremde Wesen, per Tanz verständigen, per Zeichensprache? Oder vielleicht via Ultraschalllaute?
Zukunftsmusik!
Doch schauen wir uns doch einmal um. Es gibt unzählige Wesen auf der Erde, die in fremden Sprachen miteinander kommunizieren. Ameisen, beim Rettungseinsatz, Meeressäuger, die über kilometerlange Strecken unter Wasser miteinander sprechen, Bienen, die durch einen Tanz ihren Kollegen mitteilen können, wo sich eine Nektarquelle befindet - auf den Meter genau. Wir haben Katzen, die sich durch Mimik, Gestik und durch Laute mit ihren Artgenossen und auch mit uns Menschen "unterhalten".
Es gibt eine riesige Palette von Arten, die ihre eigene Sprache entwickelt haben - seien es Echsen, die durch die Veränderung ihrer Hautfarbe dem Gegenüber ihre Meinung mitteilen, oder Vögel, die durch Gesänge kommunizieren.
Woher will der Mensch wissen, was ein Tier denkt, fühlt oder glaubt, wenn er es nicht versteht? Dem Menschen verständlich machen kann ein Delfin beispielsweise nicht, wieso er sein zuvor gestorbenes Junges genau drei Tage lang "bei sich trägt", es mit der Schnauze anstößt, ehe es dann seinen Nachkommen nach jenen drei Tagen dem Meer übergibt. Eine Walfamilie kann nicht erklären, warum ihre Vorfahren sich stets an einen bestimmten Platz begaben, wenn sie bemerkten, dass es mit ihnen zuende ging. So genannte "Waldfriedhöfe" sind die Folge, auf denen Taucher Skelette von dutzenden Walen finden.
Und auch Flusspferde zeigen ein solches Ritual. Sie lecken tote Artgenossen ab - scheinbar als Zeichen der letzten Ehre.
Im Tierreich gibt es weitere, derartige Beispiele.
Doch nun zur nächsten Frage. Können Tiere fühlen? Diese Frage kann jeder Mensch, der das Glück hat, ein Haustier zu haben, eindeutig mit einem "Ja" beantworten. Tiere fühlen genauso Freude, wie auch Leid. Sie sind mal gut, mal schlecht gelaunt.
Und sie können nicht nur selbst fühlen, sie können auch mitfühlen. Wenn es nämlich ihrem menschlichen oder tierischen Freund nicht gut geht, dann versuchen sie ihn aufzumuntern in ihrer eigenen Art.
Viele unserer Mitgeschöpfe sind also sehr sozial. Dieses Verhalten untereinander kann man sehr gut bei Delfinen, Elefanten und einigen Fischarten beobachten. Aber man muss hierzu nicht in den Zoo gehen. Auch klassische Haustiere legen ein solches Verhalten an den Tag.
Meerschweinchen z.B. sind größtenteils sehr soziale Tiere.
Wir Menschen müssen endlich unsere Überzeugung ablegen, dass wir der Maßstab aller Dinge sind. Nicht auf unserem Planeten, auf dem schätzungsweise über 100 Millionen verschiedene Arten - von der Mikrobe bis zum riesigen Blauwal - leben, und sowieso nicht im gesamten Universum, in dem unzählbar viele Planeten existieren.
Farbverstärkte Aufnahme der Spiralgalaxie M 82

Und wir müssen damit beginnen, wirklich intelligent zu handeln. Denn dass wir mit dem momentanen Raubbau nicht nur unzählige Arten ausrotten, sondern uns unsere eigene Lebensgrundlage entziehen, zeugt nicht von übermäßiger Weiseit!