Die zunehmende Umweltverschmutung begünstigt das Waldsterben

Grüne Riesen

Zwitschernd saßen Vögel in seinem Geäst, als Kind turnte ich darin herum, baute ein Baumhaus auf die dicken, starken Äste.
Ich erfreute mich, wenn ich im heißen Sommer Schatten und Kühle unter ihm fand, lauschte, wenn die Herbstwinde die Blätter zum Rascheln brachten. Als Kind sammelte ich die buntgefärbten Blätter oder die Hackeln - je nach Baumart - und stellte aus diesen Naturmaterialien kleine Kunstwerke her.
Auch heute sehe ich noch gerne die grünen Riesen, fahre regelmäßig in den Wald, um dort die Ruhe und die gute Luft zu genießen.

Doch zuhause der Baum im Hof oder Garten hatte einfach zu viel Laub oder Nadeln abgeworfen, schlicht im Wege gestanden oder war zu groß geworden. Solche Argumente hört man oft, wenn man nach dem Grund fragt, wieso ein uralter, grüner Riese gefällt werden musste.
Früher waren Bäume heilig - die Germanen verehrten u.a. die Eichen, Menschen im heutigen Griechenland alte, knorrige Olivenbäume.
Heute ist von jener Verehrung leider nicht mehr sehr viel übrig. Man fällt einen Baum je nach Belieben, sobald er einem im Wege steht.
Dabei ist egal, wieviele Unwetter, Stürme, Trockenperioden oder Überflutungen er erlebt hat. Es ist nicht relevant, wie lange er an jenem Platze schon steht, dass er recht kriegerische Zeiten schadlos überstand.
Wichtig ist nur - er muss weg von diesem Platz.

Es ist ebenso unwichtig, dass der grüne Riese nicht nur Schatten spendet, sondern auch die Luft reinigt, Sauerstoff produziert, regulierend auf den Grundwasserspiegel wirkt, das regionale Klima sogar beeinflusst. Es ist nicht relevant, dass bewiesen ist, dass Bäume in Sommer wie Winter teils wie eine Klimaanlage fungieren.
Im Winter halten sie die Umgebung wärmer, im Sommer wirken sie kühlend. Sie sind Heimat vieler Käfer-, Insekten-, Vogel- und Nagerarten.
Das Eichörnchen ist auf die Früchte der Eiche, auf Nüsse und Samen der Tannenzapfen angewiesen. Wo diese nicht mehr in geügender Menge vorkommen, verschwinden diese braunen Nager.

Vieles hängt von der Existenz der Bäume ab - letztlich auch unsere eigene! Dies sollten wir bedenken, ehe wir einen jener stolzen Riesen fällen.


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